Energie

Niedrige Benzinkosten und Heizölpreise kurbeln Kaufkraft an


Gleichwohl der Bundesrepublik von Ökonomen ein wirtschaftlicher Abschwung prognostiziert wird, ist – zumindest vor dem Weihnachtsfest – die Konsumfreude ungewöhnlich hoch. Gemäß einer Analyse der Volkswirte der Postbank könnte dies auch an den vergleichsweise niedrigen Benzinkosten liegen.

Die Benzinpreise sind in den vergangenen Wochen bekanntlich dramatisch gefallen. Ein Liter Super kostete im Sommer 2008 noch 1,56 Euro, jetzt muss man nur noch durchschnittlich 1,14 Euro dafür hinlegen. Das gleiche Bild zeigt sich beim Diesel, hier fiel der Preis von etwa 1,52 Euro auf durchschnittlich 1,10 Euro. Mittlerweile nehmen die Spritpreise sogar die Euro-Grenze ins Visier. Das gab’s zuletzt 2005 beim Diesel und 2002 bei Super.

Für Kraft- und Schmierstoffe, so die Experten der Postbank, würden die Deutschen im November und Dezember 2008 rund sieben Milliarden Euro ausgeben – eine satte Milliarde weniger als noch vor einem Jahr, dem Preisrückgang sei Dank. Diese Milliarde Euro macht – bezogen auf das gesamte Weihnachtsgeschäft des deutschen Einzelhandels in Höhe von geschätzten zehn Milliarden Euro – immerhin gut zehn Prozent aus.

Auch die Heizölpreise sind zuletzt kräftig gesunken, was ebenfalls im Geldbeutel der Verbraucher für Entlastung gesorgt hat. Gemessen ab November lag der Heizölpreis im Jahr 2008 um gut zehn Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Hier offenbart sich gleiches Bild wie bei den Spritpreisen: Kostete das Heizöl im Sommer knapp ein Euro je Liter oder sogar mehr, so ist der Preis für leichtes Heizöl auf mittlerweile 56 Cent gefallen.

Postbank Chef-Volkswirt Dr. Marco Bargel erwartet 2009 wieder eine leicht steigende weltweite Nachfrage nach dem “schwarzen Gold”. Dies fußt auf der Erwartung einer allmählichen konjunkturellen Besserung im zweiten Halbjahr des kommenden Jahres. “Angesichts des zu erwartenden sehr schlechten Winterhalbjahres für die globale Konjunktur dürfte allerdings die Ölpreisentwicklung vorerst sehr gedämpft bleiben. Auch ein erneuter Rückgang auf unter 40 Dollar pro Fass ist nicht ausgeschlossen. Die Chance, dass die Kraftstoffpreise auch im bundesweiten Durchschnitt sogar zeitweise unter die Ein-Euro-Marke fallen, stehen somit gar nicht so schlecht”, so Bargel.

Für die deutschen Verbraucher wären niedrige Kraftstoffpreise freilich eine willkommene Entlastung. Verharrten die Benzin- und Dieselpreise auf aktuellem Niveau, würden die gesamten Aufwendungen der deutschen Haushalte für Kraftstoffe 2009 um rund neun Milliarden Euro niedriger ausfallen als in diesem Jahr. Das sind gut 0,6 Prozent der gesamten Konsumausgaben in einem Jahr.

Die Kaufkraft der Haushalte könnte sich noch aus einem anderen Grund 2009 besser entwickeln als noch vor kurzem befürchtet. Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Pendlerpauschale führt in vielen Fällen zu einer Steuererstattung in erheblichem Umfang. Trotz verschlechterter Aussichten für den Arbeitsmarkt könnte der private Konsum in Deutschland 2009 damit zu einem stabilisierenden Faktor in der Konjunkturentwicklung werden.

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1 Kommentar »

  1. [...] befinden sich die Energiepreise im Keller, doch niemand kann sagen, wie lange das so bleiben wird. Klar ist: Dass Heizöl, Erdgas und [...]

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