Tagesgeld und Festgeld: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Wer kurzfristig einige Euro übrig hat, denkt natürlich darüber nach, wie er sein Geld mehren kann – und zwar über Zinsen. Auf dem altehrwürdigen Sparbuch oder Girokonto gibt es diesbezüglich kaum etwas zu holen – wohl aber kann man mit Tagesgeld oder Festgeld einige Zinsen verdienen. Doch wo ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld? Und was ist zu beachten?
Was ist Tagesgeld?
Tagesgeld ist eine Geldanlage, die bei einer Bank auf einem besonderen Konto getätigt wird. Dieses Konto wird meistens kostenfrei geführt. Mit diesem Konto kann man nicht am allgemeinen Zahlungsverkehr teilnehmen. Man kann auf dieses Konto nur bar oder per Überweisung einzahlen und auf gleichem Weg auch wieder Geld abheben.
Das Tagesgeld ist immer nur für einen Tag angelegt und wenn man bis zum Ende des Tages nicht kündigt, ist das Geld für einen weiteren Tag fest angelegt. Wenn man die Bank auffordert, das Guthaben oder Teile davon auszuzahlen, muss die Bank dies erst am nachfolgenden Tag durchführen.
Was ist Festgeld?
Beim Festgeld legt man sein Geld auf eine längere Zeit auf einem Konto bei der Bank fest an. Die Festlegungsdauer beginnt bei 30 Tagen. Weit verbreitet sind die Festlegungsdauern von 30, 60 und 90 Tagen. Aber wenn man im Internet entsprechend recherchiert, wird man auch Angebote finden, bei denen man sein Geld auch länger anlegen kann. Es gab auch schon Angebote, bei denen man sein Geld bis zu 10 Jahren anlegen konnte.
Schon beim Abschluss einer Festgeldanlage sollte man seine Bank fragen, wie man dieses Festgeld kündigen kann. Denn wenn man die fristgerechte Kündigung versäumt hat, dann wird das Geld wieder für die gleiche Periode fest angelegt. Während der Anlagefrist kann man nicht an sein Geld herankommen. Nur in extremsten Notfällen kann es sein, dass sich die Bank ausnahmsweise auf eine vorzeitige Auflösung einlässt. In einem solchen äußerst seltenen Fall wird die Bank erhebliche “Strafzinsen” verlangen.
Die Zinsen für eine Festgeldanlage sind höher als die Zinsen für eine Tagesgeldanlage. Je länger die Festlegung dauert, desto höher sind auch die Zinsen, die die Bank dafür bietet. Diese längere Festlegungsdauer hat für die Bank einige Vorteile. Für die Dauer der Anlage kann die Bank mit dem angelegten Geld arbeiten. Sie kann dieses Geld als Kredit an andere Kunden ausleihen und braucht sich um die Refinanzierung keine Gedanken zu machen. Das Geld, das der Bank von eigenen Kunden zur Verfügung gestellt wird, kostet die Bank immer weniger an Zinsen, als dasjenige, das sich die Bank bei der Zentralbank oder auf dem internationalen Geld- und Kapitalmarkt besorgen muss.
Gemeinsamkeiten von Tagesgeld und Festgeld
Beide Anlagemöglichkeiten genießen die höchstmögliche Sicherheit. Denn nach den EU-Gesetzen sind Einlagen bis zu 50.000 Euro geschützt. Auch falls die Bank insolvent werden sollte, dürfen die Gläubiger der Bank nicht auf diese Gelder zugreifen.
Darüber hinaus haben die deutschen Banken noch einen Einlagensicherungsfonds geschaffen, der alle Einlagen im Insolvenzfalle der Bank schützt, auch wenn die Einlagenhöhe den Betrag von 50.000 Euro übersteigt.
Gemeinsam ist beiden Anlagenformen auch, dass das Geld automatisch wieder für die gleiche Dauer festgelegt wird, wenn man nicht termingerecht kündigt. Allerdings werden die Zinsen dann jeweils dem Marktgeschehen angepasst, also erhöht oder gesenkt. Beim Tagesgeld gibt es Anbieter, die garantieren, dass die Wiederanlage des Erstbetrages ein Jahr lang zu den anfänglichen Bedingungen erfolgen wird.
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