Finanzen

War die Einführung des Euro eine Währungsreform?

Nein. Mit der Einführung des Euro wurden (und werden) lediglich nationale Währungen – darunter natürlich auch die D-Mark, die am 1. Januar 2002 vom Bargeld-Euro abgelöst wurde – umgestellt. Am eigentlichen Wert des Geldes oder an dessen Kaufkraft ändert sich nichts; die Umstellung geht wertneutral vonstatten.

Bei einer Währungsreform hingegen wird eine infolge einer Inflation wertlos gewordene Währung durch eine neue Währung ersetzt. Ein Beispiel hierfür ist die deutsche Währungsreform vom 21. Juni 1948, als die Reichsmark sowie die Rentenbank- und Alliierten Marknoten (auch “Allied Military Currency”, AMC) in den drei westlichen Besatzungszone durch die D-Mark ersetzt wurden. Die seinerzeit in den USA produzierten Banknoten wurden von der Bank Deutscher Länder ausgegeben, die im Juni 1957 von der Deutschen Bundesbank abgelöst wurde.

Übrigens gab es in der deutschen Geschichte wiederholt neue Währungen: 1871 wichen Gulden und Taler der Mark und Heller und Kreuzer den Pfennigen, zuvor hatten die Deutschen mit Hellern und Kreuzern bezahlt, sogar der französische Louisdor und die spanische Pistole waren einmal Währung in Deutschland. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurde auch das Dezimalsystem eingeführt: Eine Reichsgoldmark entsprach fortan 100 Pfennigen.

Übrigens: Der amtliche Umrechnungsschlüssel steht immer fest, auch zwischen Euro und D-Mark wurde er unwiderruflich festgelegt: 1 Euro entspricht 1,95583 D-Mark. Alle Beträge werden nach diesem Kurs umgerechnet und sodann auf zwei Stellen hinter dem Komma auf- oder abgerundet. 25 Euro beispielsweise entsprechen exakt 48,89575 D-Mark. Nach der kaufmännischen Rundung ergibt sich so ein Wert von 48,90 D-Mark. 25 Euro entsprechen also 48,90 D-Mark.

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