Google Street View: Haus unkenntlich machen (Anleitung)
Das viel diskutierte Google Street View-Tool ist jetzt online. Unter der URL www.google.de/streetview sollen Ende des Jahres die 20 größten deutsche Städte virtuell begehbar sein – quasi als Stadtplan in 3D-Ansicht. Street View Deutschland startet mit den Städten Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.
Gesichter macht Google Street View von alleine unkenntlich
Derzeit kann man sich aber noch keine Bilder in Google Street View aus deutschen Städten anschauen – wohl aber kann man schon jetzt über 20 andere Länder der Welt bereisen und so beispielsweise mit 360 Grad-Blick durch Paris, Rom oder Zürich schlendern. Google verspricht, Gesichter und Autokennzeichnen unkenntlich zu machen – aus Gründen des Datenschutzes. Das muss man nicht beantragen, das macht Google automatisch.
Häuser und Grundstücke unkenntlich machen
Darüber hinaus hat Google ein Tool entwickelt, mit dem man sein Wohnhaus oder Grundstücke unkenntlich machen lassen kann. Dieses Tool steht Hauseigentümern und (!) Mietshausbewohnern unter genannter Adresse zur Verfügung. Man kann aber auch per E-Mail oder Briefpost einen entsprechenden Antrag stellen. Wer sich dafür entscheidet, Haus bzw. Grundstück unkenntlich zu machen, trifft diese Entscheidung unwiderruflich – ist ein Haus einmal unkenntlich gemacht worden, kann man das nicht mehr rückgängig machen. Dieses Tool wurde speziell für Deutschland entwickelt, weil die zuständigen Datenschutzbehörden entsprechende Nachbesserungen von Google gefordert hatten.
Stichtag zum unkenntlich machen ist der 15. September 2010 für die ersten 20 Städte
Bewohner der 20 besagten Städte müssen – ganz wichtig – bis zum 15. September den Antrag abgeben, dass ihr Haus unkenntlich gemacht werden soll. Für alle anderen Regionen in Deutschland bleibt der Anonymisierungsdienst “bis auf Weiteres” verfügbar, schreibt Google.
Neubauten können nicht unkenntlich gemacht werden – was nun, Google?
Eine Ungereimtheit gibt es allerdings noch: Die Möglichkeit, ein Haus zu anonymisieren, basiert auf dem Dienst Google Maps – dort muss man das entsprechende Haus markieren und optional mit weiteren Informationen versehen. Wenn das eigene Haus aber nicht in Google Maps zu sehen ist – beispielsweise ein Neubaugebiet – dann findet Google die Immobilie nicht und man kann auch keinen Widerspruch einlegen. Bauherren lässt Google hier also irgendwie ins Leere laufen – das ist recht unbefriedigend.
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