VDSL-Preise sinken - aber wer benötigt das Highspeed-Internet?
Als die DSL-Technik 1999 an den Start ging, waren Internetnutzer begeistert: Mit sage und schreibe 768 kbit/s konnte man im Internet surfen, das war zwölf Mal schneller als mit dem bis dahin gekannten Standard ISDN. Heute freilich kann man über solche Geschwindigkeiten nur noch müde lächeln: Die Kabelanbieter drehen schon mit bis zu 100 Mbit/s auf, VDSL über die Telefonleitung bringt es immerhin auf satte 50 Mbit/s - das ist 65 Mal schneller als zu den Anfängen der DSL-Technik!
Gleichwohl stellt sich die Frage: Wer benötigt soviel Bandbreite? Um es kurz zu machen: Der “normale” Internetnutzer keineswegs, denn für das Aufrufen von Internetseiten, für das Abrufen von E-Mails, für MP3-Downloads oder für das Anschauen von YouTube-Videos genügt ein herkömmlicher DSL-Anschluss, etwa DSL 2000 oder DSL 6000.
Für Powernutzer und mehrere Onliner - etwa in Wohngemeinschaften oder Familienhaushalten - ist VDSL, Verfügbarkeit vorausgesetzt, indes eine Überlegung wert. Derweil Powernutzer oft große Dateien herunterladen oder streamen, beispielsweise Kinofilme oder Sportübertragungen in HD-Qualität, müssen sich WGs oder Familien eine DSL-Leitung teilen. Wenn dann drei oder vier Personen online sind, kann DSL 6000 oder DSL 16.000 schon eine recht geringe Bandbreite bedeuten. Downloads jeder Art gehen in beiden Fällen mit VDSL sehr viel schneller - und wer HDTV übers Netz nutzen möchte, kommt an VDSL gar nicht vorbei.
Die gute Nachricht dabei ist: VDSL ist mittlerweile bezahlbar, zwischen 40 und 50 Euro kostet ein VDSL-Zugang bei den bekannten DSL-Anbietern. Ein Argument für VDSL ist auch der schnelle Upload - Webworker sind auf einen schnellen Upstream angewiesen, ebenso Personen, die viele Videos oder Bilder hochladen. Hier ist VDSL sehr viel schneller als ein DSL 16.000-Anschluss. Auch die Kabelanbieter kommen hier nicht mit: Im Downstream haben sie zwar die Nase vorne, doch der Upstream-Speed erreicht bislang nicht die Geschwindigkeit von VDSL-Anschlüssen.
Wie ein Test der Zeitschrift Computerbild (Ausgabe 1/2010) ergeben hat, erreichen die Highspeed-Anschlüsse der Kabel- und VDSL-Anbieter allerdings selten die versprochene Bandbreite - wie schon beim normalen DSL, denn es ist hinlänglich bekannt, das man kaum 16 Mbit/s Bandbreite erhält, nur weil man einen DSL-Tarif mit “bis zu 16 Mbit/s” gebucht hat. Mit dem Zusatz “bis zu” behalten sich die DSL-Provider alle Möglichkeiten offen, dem Kunden etwa nur DSL mit 10 oder 12 Mbit/s anzubieten.
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